INTRAOPERATIVE FASZIENDEHNUNG

fasciotens®Hernia

Um komplexe Hernien zu verschließen, bedurfte es bisher (zeit-)aufwändiger Bauchwandrekonstruktionsverfahren. fasciotens®Hernia ermöglicht es, die Bauchwand in ca. 30 min intraoperativ mit einer standardisierten und kontrollierten Zugkraft zu dehnen.

Dank des CE-zertifizierten fasciotens®Hernia kann gewebeschonend ein mittlerer Streckengewinn von ca. 10 cm erreicht werden, der es ermöglicht, die Integrität der Bauchdecke zu erhalten und die Hernie direkt und sicher zu verschließen.1)
1) Niebuhr et al, Front. Surg. 2021 (7): 616669; doi: 10.3389/fsurg.2020.616669

Das Problem

  • .direkter Verschluss komplexer Hernien oft schwierig
  • .ausgedehnte Rekonstruktionsverfahren können die Bauchwand schwächen
  • .hohe Komplikationsraten
  • .langfristig erhöhte Morbidität

Komplexe Hernien ließen sich bisher oft nur durch ausgedehnte und komplikationsreiche Rekonstruktionsverfahren verschließen. Diese Verfahren können jedoch häufig die Bauchwand schwächen und zu einer langfristig erhöhten Morbidität führen.
Mehr dazu . . .

Die Lösung: fasciotens®Hernia

  • .ermöglicht direkten Verschluss komplexer Hernien
  • .Alternative zu (zeit-)aufwändigen Bauchwandrekonstruktionen
  • .respektiert die anatomische Integrität der Bauchwand
  • .vermeidet spezifische Komplikationen anderer Verfahren

 

Sicherheit durch…

  • .CE-zertifiziertes Medizinprodukt
  • .standardisierte diagonale Zugkraft
  • .patentierte gewebeschonende Technik
  • .quantifizierbaren Streckengewinn

fasciotens®Hernia wurde entwickelt, um komplexe Hernien (> 8 cm) direkt und ohne (zeit-)aufwändige Bauchwandrekonstruktionsverfahren zu verschließen.
Dabei wird die anatomische Integrität (der Bauchwand) respektiert und spezifische Komplikationen anderer Verfahren werden vermieden.
fasciotens®Hernia ist ein CE-zertifiziertes Medizinprodukt, das durch einen quantifizierbaren, intraoperativen und gleichmäßigen Faszienzug für etwa 30 Min., Patient und Operateur höchste Anwendungssicherheit gibt. fasciotens®Hernia wird in Kombination mit fasciotens®Carrier bequem und sicher am OP-Tisch befestigt.
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HABEN SIE FRAGEN?

How I do it - Ein FAQ von Prof. Dr. Henning Niebuhr

Die Indikation für die Anwendung von fasciotens®Hernia sind komplexe primäre Bauchwandhernien und Narbenhernien (große W2 und W3 Hernien). Außerdem konnte fasciotens Hernia auch schon bei einer floriden Netzinfektion ohne adäquate Verschlussmöglichkeit zur Vermeidung des Einsatzes von alloplastischem Material erfolgreich angewendet werden.

Wir haben mit einer Traktionsdauer von etwa 30 bis 40 Minuten sehr gute Erfahrungen gemacht.

Die Botox-Injektion ist optional und stellt einen off-label-use dar. Grundsätzlich ist eine Kombination mit fasciotens®Hernia möglich. Eine Indikation besteht in der perioperativen Relaxation der seitlichen Bauchwandmuskulatur zur Spannungsreduktion. Etwa 4-6 Wochen präoperativ erfolgt sonographisch oder elektromyografisch kontrolliert die Injektion.

Wir verwenden standardmäßig diagonalen Zug. Bei sehr stark ausgeprägter loss-of-domain Situation muss ggf. ein vertikaler Zug erfolgen, um das Einschneiden der Fäden in das Organpaket zu vermeiden. Aus diesem Grund schützen wir die Organe immer mit mehreren feuchten Bauchtüchern während der Traktionsphase.

Ja, auf jeden Fall. Unser erklärtes Ziel ist es, durch die Anwendung der Technik auf eine Komponentenseparation verzichten zu können. Eine Kombination beider Verfahren ist bei sehr großen Defekten aber ebenfalls möglich, um einen direkten Verschluss der Bauchwandfaszie zu ermöglichen.

  • In den meisten Fällen versorgen wir die Hernie nach erfolgreicher Traktion mittels Sublay-Mesh-Technik. Bei Vorliegen zusätzlicher lateraler Bruchpforten kann eine Ausweitung des Netzlagers notwendig sein.
  • Ein primärer Verschluss durch eine direkte Fasziennaht ohne die Verwendung von alloplastischem Material wäre ebenfalls (z.B. in Infektsituationen) möglich.
  • Aber selbstverständlich liegt die Entscheidung über die Verschlusstechnik der Faszie immer in der Hand des behandelnden Chirurgen (und wird durch die Anwendung von fasciotens®Hernia nicht eingeschränkt).

fasciotens®Hernia versetzt mich in die Lage, komplexe Hernien kontrolliert (mit quantifizierbarer Zugkraft) und relativ schnell (Verkürzung der OP-Dauer) und deutlich weniger traumaisierend im Vergleich zu möglicherweise komplikationsträchtigen Rekonstruktionsoperationen zu verschließen.

Für den Patienten bedeutet der Einsatz von fasciotens®Hernia, dass der Chirurg gewebeschonend arbeiten kann und die Integrität der Bauchdecke erhalten bleiben kann, was meiner Erfahrung nach auch den Heilungsverlauf positiv beeinflussen wird.

  • Vor dem Einsatz von fasciotens®Hernia muss eine Freipräparation des Bruchs sowie eine nur sparsame Präparation des Faszienrandes erfolgen. Falls erforderlich ist eine intraabdominale Adhäsiolyse durchzuführen.
  • Die vollständige Relaxation durch Anästhesie während der Traktionsphase ist meiner Meinung nach essentiell.

Es können Zugkräfte von bis zu 20 kg appliziert werden. Die Entscheidung der gewählten Zugkraft obliegt dem anwendenden Arzt. Abhängig von Patientengewicht und -Konstitution nutzen die meisten Anwender eine Gesamtzugkraft von ca. 12 kg.

  • Die Faszien werden intensiv gedehnt und so für den Verschluss vorbereitet.
  • Es kann zur schnelleren Dehnung einzelner Fäden kommen, was ein Nachspannen der einzelnen Fäden notwendig machen kann. Alle 2 min. sollten die Einzelfäden auf ausreichend Spannung kontrolliert und ggf. ausreichend nachgezogen werden. Dabei sollte eine Gesamtzugkraft von 12-14 kg nicht überschritten werden.
  • Unserer Erfahrung nach sind in den ersten 15 min der Traktionsphase regelmäßig alle Fäden nachzuspannen. Sobald die Einzelfäden nicht mehr relevant nachspannbar sind, erhöhen wir den Gesamtzug meist auf ca. 16 kg für den zweiten Teil der Traktionsphase.
WEITERE FRAGEN?

Ergänzende FAQ

Die Anwendbarkeit kann durch lokale Faktoren im Anwendungsgebiet und den Allgemeinzustand des Patienten beschränkt sein:

  • fehlender Abstand zur Vorrichtung z. B. durch Leibesfülle
  • nekrotisches oder entzündetes Fasziengewebe
  • fixierende und nicht lösbare Verwachsungen zur Bauchwand
  • Schwangerschaft
  • Alter ≤ 10 Jahre
  • Eine Kostenübernahme der Krankenkassen auf Basis einer Einzelfallprüfung sollte angestrebt werden. Ein vorgefertigter Kostenübernahmeantrag steht zur Verfügung.
  • Wichtig: Eine Einzelfallprüfung muss den KK vor der Anwendung kommuniziert und telefonisch bestätigt werden.
  • Der OPS Code 5-98j beschreibt die Anwendung einer externen Vorrichtung zur Bauchdeckentraktion mit definierbarer Krafteinstellung.

fasciotens®Hernia wird in Kombination mit fasciotens®Carrier eingesetzt (siehe Abbildung oben). fasciotens®Carrier ist ein wiederverwendbares Medizinprodukt und kann durch die ZSVA aufbereitet werden. fasciotens®Hernia ist ein single-use Produkt.

  • Eine Anwendungsbeobachtungsstudie von Prof. Niebuhr (21 Fälle) wurde in ‚Frontiers in Surgery‘ veröffentlicht.
    • Hierbei signifikanter Gewinn an Faszienlänge (im Durchschnitt 9,8 cm)
    • Nach Traktion spannungsarmer Verschluss in allen Fällen
    • Kein postoperatives abdominales Kompartmentsyndrom
    • Postoperative Schmerzen VAS 2,5 (Range 0-6)
  • Eine prospektive randomisierte kontrollierte Studie in Zusammenarbeit mit der deutschen Herniengesellschaft ist derzeit in Planung.
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